HSG Vulkan Vogelsberg: Oliver Heßler will es "anders" machen

Alles andere als einen Sahnestart legten die B-Jugendhandballer der HSG Vulkan Vogelsberg in die Saison 2019/20 hin. Dass die Spielzeit mittlerweile abgebrochen worden ist, schmerzt aber die Youngsters extrem.

 

mJB Abschluss 2019 2020

Die B-Jugend der HSG Vulkan Vogelsberg hatte sich für die Meisterschaftsendrunde qualifiziert.

Alles andere als einen Sahnestart legten die B-Jugendhandballer der HSG Vulkan Vogelsberg in die Saison 2019/20 hin. Dass die Spielzeit mittlerweile abgebrochen worden ist, schmerzt aber die Youngsters extrem, denn so konnten sie sich selbst nicht für die überaus positive Entwicklung belohnen, die die Schützlinge des Trainergespanns Oliver Heßler und Jürgen Schmidt genommen haben.
Gleichwohl: Allzu abhängig von nackten Ergebnissen macht Trainer Heßler die Entwicklung seiner Jungs ohnehin nicht. Er verfolgt einen etwas anderen Ansatz, als ihm zu seiner Jugendzeit im Handballsport vermittelt worden ist.

Was treibt Sie zur Mitarbeit im Verein an?
Meine Heimat als Kind war die Wetterau, aufgewachsen bin ich in Butzbach und lernte dort als Kind beim TSV das Handballspielen. Mit 14 Jahren gelang mir der Sprung zur TSG Wetzlar-Niedergirmes. Dort wurde bereits intensiv trainiert, doch aus meiner heutigen Sichtweise alles ohne Rücksicht auf die jungen Spieler auf Erfolg ausgelegt. Verletzungsprophylaxe oder allgemeine Sportprävention und Koordination-Parcours waren noch Fremdwörter oder steckten erst in den Kinderschuhen. Mit 20 Jahren hatte ich dann einen irreparablen Knorpelschaden im Knie und der Arzt sagte mir, ich soll in Zukunft lieber Fahrrad fahren und Briefmarken sammeln. Damals hatte ich mir geschworen, es mal irgendwie "anders" im Training zu machen. Da ich offen für Neues bin, machte ich andere Sachen und kam erst wieder zum Handball zurück, als mein Sohn zum Ende seiner D-Jugendzeit Interesse am Handballsport entwickelte. Jetzt dachte ich, wäre die richtige Zeit gekommen, zu versuchen, es "anders" anzugehen. In der Zwischenzeit hatte sich natürlich nicht nur im Handballsport, sondern auch in der Trainingsweise irre viel getan. Deswegen wollte ich erstmal selber ein gutes Fundament aufbauen. Somit erwarb ich die C-Lizenz im Handball und absolvierte die Ausbildung als Athletiktrainer im Handballsport und im Gesundheitswesen. Aktuell beschäftige ich mich mit Sportmentalcoaching.

 

STECKBRIEFE
Oliver Heßler
Alter: 48
Wohnort: Lauterbach
Funktion: Trainer
Hobbys: Motorrad fahren und Camping
Bisherige Vereine: TSV Butzbach, TSG Wetzlar Niedergirmes, HSG Vulkan Vogelsberg
Jürgen Schmidt
Alter: 49
Wohnort: Lauterbach
Funktion: Co-Trainer und Torwart-Trainer
Hobbys: Baseball, Ski und Mountainbiking
Bisheriger Vereine: HSG Vulkan Vogelsberg

Wie bewerten Sie die Entwicklung im Verein?
Da ich erst seit paar Jahren im Verein aktiv bin, kann ich zur Entwicklung nur wenig sagen. Insgesamt empfinde ich das Klima im Verein als sehr angenehm und man spürt richtig die Begeisterung und das tolle Engagement der Trainer und Betreuer insbesondere im Jugendbereich. Ich denke, die stetig steigenden Mitgliederzahlen bestätigen den absolut positiven Trend und die Entwicklung im Verein.

Wie ist die Entwicklung Ihres Teams?
Als Trainer der B-Jugendmannschaft hatten wir in der vergangenen Saison neben dem eigenen Spielbetrieb noch die Aufgabe, die neuformierte und stark unterbesetzte A-Jugend Mannschaft personell zu unterstützen. Dies bedeutete, dass vier bis sechs B-Jugendspieler auch regelmäßig sämtliche Spiele in der A-Jugend absolvieren sollten. Neben zwei bis drei Trainingseinheiten in der Woche, gab es noch öfters Doppelspieltage am Wochenende für die B-Jugend. Diese Höchstbelastungen wollte ich ursprünglich für die Jugendlichen vermeiden und versuchte, durch Regenerationseinheiten im Training entsprechend entgegenzuwirken. Um beide Altersgruppen jeweils als Mannschaft zu integrieren, wurde gemeinsam trainiert.

Zu Beginn der Saison gab es bereits in der B-Jugend bei zwei Leistungsträgern in der Mannschaft längere Ausfälle. Nun mussten alle anderen Spieler die Verantwortung übernehmen. Am Anfang der Saison, nach zwei verlorenen Spielen, stabilisierte sich das Team und man konnte zum Ende der Saison Platz zwei in der Bezirksklasse erreichen, was die Qualifikation für die Meisterschaftsendrunde gegen die nordhessischen Teams bedeutete. Die Mannschaft wurde leider nicht für Ihre tolle Leistung belohnt, denn zu dieser Endrunde kam es aufgrund der Corona-Pandemie nicht mehr.
Was aber viel mehr zählt, ist die stetige Entwicklung und Verbesserung des gesamten Teams auf diesem Weg. In der momentan für alle herausfordernden Zeit, gibt es dafür Trainingsanleitungen für die Ausdauer und Athletik per Whatsapp für die Jungs, was allerdings eine gewisse Eigenmotivation jedes Einzelnen bedarf. Als Trainer versuchen wir, die Begeisterung, den Teamgeist, den notwendigen Respekt untereinander sowie Fairness und Selbstbewusstsein zu vermitteln. Denn diese Werte im Handballsport sind zugleich "gespieltes Leben".

Wer sind Ihre Unterstützer?
Als Erstes möchte ich mich bei meinem Freund Jürgen Schmidt im Trainerteam bedanken, der als Co-Trainer auch noch den Job als Torwart-Trainer ausführt. Außerdem unterstützt mich Thorsten Killer regelmäßig bei den Trainingseinheiten. Dem gesamten HSG-Vorstand möchte ich danken, der oftmals neben Trainer- und Schiedsrichter-Tätigkeiten, auch noch viele organisatorische Unterstützung leistet. Die Eltern, die als Zeitnehmer und Sekretäre, aber auch als Fahrer und Helfer bei den Spielen tolle Unterstützung leisten. Last but not least: meine Ehefrau Sabine, die mir bei allem den Rücken freihält und ohne ihre Mithilfe alles gar nicht möglich wäre.

Was sind Ihre Träume und Ziele für die nächsten Jahre?
Ein gut ausgestatteter Fitness- und Athletikraum, der für alle Mannschaften im Erwachsenen- und Jugendbereich der HSG genutzt werden könnte, würde ich mir wünschen. Außerdem sollten Weiterbildungen, Kurse und Seminare schmackhaft gemacht werden. Aktuell gibt es Online-Handball-Seminare im Netz, getreu dem Motto: "Bildung schafft Zukunft".