HSG Vulkan Vogelsberg steigt als Meister auf

Es ist aufgrund der Coronakrise anders gekommen als gedacht - und dennoch haben die Handballer der HSG Vulkan Vogelsberg ihr großes Ziel erreicht. Nachdem der Spielbetrieb in den heimischen Handball-Ligen eingestellt worden ist und die Tabellen eingefroren sind, ist endgültig klar: Das Team um Trainer Michael Stock beendet die Runde - im dritten Jahr ihrer Staffelzugehörigkeit - als Tabellenerster der Bezirksliga A Melsungen-Fulda. Damit steigen die heimischen Farben selbstverständlich auch in die Bezirksoberliga auf.


"Wir hätten die Saison unglaublich gerne zu Ende gespielt, einfach auch, weil wir eine richtig gute Saison gespielt haben. Wir hätten den Titel gerne noch mit zwei Siegen aus den letzten vier Spielen und aus eigener Kraft geholt", äußert sich Stock zum abrupten Ende einer insgesamt extrem starken Spielzeit, in der die HSG Vulkan von abschließend 14 Partien gleich 13 zu eigenen Gunsten entschied. Lediglich einmal erlaubten sich die Vogelsberger einen Patzer, kürzlich erst zum Restrundenstart gegen die HSG Landeck-Hauneck (26:27). Überraschend, vielleicht sogar unnötig war diese Niederlage - nachträglich schlägt sie jedoch überhaupt nicht ins Gewicht. Dass die Vulkanier am Ende zurecht auf dem Thron der Bezirksliga A stehen, darüber dürfte es nach einer nahezu makellosen Bilanz kaum Zweifel geben - zumal die ärgsten Kontrahenten im Klassement durchaus einen gewissen Abstand zur HSG aus dem Vogelsberg aufweisen.

"Dass ist nun anders gekommen, als wir uns das vorgestellt hatten. Aber es ist die vernünftigste Lösung, dass der Verband so reagiert hat, auch wenn man sich mit so einer Entscheidung nicht nur Freunde macht", findet Michael Stock mit Blick auf die gesellschaftliche Gesamtlage und die Konsequenzen für den Sportbetrieb und ergänzt: "Ich denke, dass der Verband hier alles richtig gemacht, gut reagiert hat. Auch wenn andere Vereine das vielleicht ganz anders sehen - gerade die Vereine, die ganz unten stehen. Am Ende ist es aber so, dass wenn man 15 oder 20 Spieltage ganz oben oder ganz unten steht, dann hat man sich das irgendwo auch verdient."
Trotz der Freude über die Beförderung und der zugesprochenen Meisterschaft, hätten Michael Stock und seine Schützlinge die Saison 2019/20 selbstverständlich lieber auf dem Parkett beendet. "Es ist natürlich ein komisches Gefühl, dass man das so erlebt. Auch weil man nicht so richtig weiß, wie es mit der Vorbereitung und allem weitergehen wird."
Klar ist: Auch bei den HSG-Herren ruht der Ball nun komplett, auch der Trainingsbetrieb fällt flach. Eine richtige Meisterschaftsfeier kann in diesen Tagen ebenfalls nicht stattfinden, wird aber nicht komplett aus den Augen verloren, verspricht der Vulkan-Coach: "Irgendwann, wenn die Vorbereitung wieder anfängt."

Unterm Strich freut sich Stock über das Erreichte: "Ich denke, dass die Mannschaft stolz auf sich sein kann, aber auch der Verein - was der in den letzten Jahren an Aufbauarbeit geleistet hat." So lief es, resümiert Michael Stock, bei der Spielgemeinschaft der Stammvereine TV Angersbach, TV Lauterbach und TV Maar nicht nur für die Herren gut: "Auch die Damen haben die Klasse gehalten und die Jugend befindet sich auf einem aufsteigenden Ast." Für die HSG wünscht sich Michael Stock - neben der Gesundheit aller - vor allem zwei Dinge: "Ich hoffe, dass der Verein diese Gesundheitskrise irgendwie wegsteckt und dass es dann wieder so anlaufen kann, wie es war."
Wann und in welcher Form das sein kann, wann konkret die Vulkanier sich wieder zum Training treffen können - derzeit zählen diese Dinge zum Bereich der Spekulation. Michael Stock bleibt dennoch, etwa über das Handy oder das Internet, mit seinen Spielern in Kontakt, will ihnen irgendwann auch einen Trainingsplan zukommen lassen. "Das ist aber aktuell noch zu früh", sagt der Trainer, der übrigens - und das ist für den Klub in dieser besonderen Zeit sicherlich als positive Nachricht zu vernehmen - auch in der nächsten Saison für die HSG Vulkan Vogelsberg arbeiten wird. Dann in der Bezirksoberliga Melsungen-Fulda.