Handball: Nachwuchsbetrieb läuft auf sehr kleiner Flamme

Es stellt sich die Frage, wie die heimischen Handball-Vereine mit der Situation in Zeiten des (Teil-) Lockdowns hinsichtlich ihres Nachwuchses umgehen.

Vom aktuellen (Teil-) Lockdown betroffen sind nicht nur die Erwachsenen-Mannschaften, natürlich machen sich die Pandemie-Auswirkungen auch auf bei den zahlreichen Jugendteams extrem bemerkbar - hier ruht der Spielbetrieb ebenfalls bereits seit Monaten. Dem Handball - wo der Hessische Handball-Verband die Erwachsenen-Saison in der vergangenen Woche de facto offiziell beendet hat, was für die hessischen Jugendlichen bekanntlich bereits seit Mitte Januar galt - ergeht es hier nicht anders. Wann und wie es zur neuen Runde weitergehen wird, das lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht seriös beantworten. Allerdings stellt sich die Frage, wie die heimischen Handball-Vereine mit der Situation hinsichtlich ihres Nachwuchses umgehen.

 

Zur generellen aktuellen Situation für die Handball-Jugend ist zunächst einmal zu sagen, dass der Spielbetrieb zwar für beendet erklärt wurde, anderweitig aber - also mit Blick auf das Training - die Corona-Regelungen vom 8. März gelten. Anders gesagt: Kinder bis einschließlich 14 Jahren, wie auf der Internetseite des Landessportbundes Hessen zu lesen ist, dürfen "unabhängig von der Zahl der Hausstände" und unabhängig von der Anzahl der Personen Sport im Freien betreiben. Zwar wird dringend empfohlen, dass Umkleidekabinen nicht genutzt werden und sich möglichst wenige Kinder auf dem Sportgelände aufhalten, grundsätzlich sind Mannschaftssportarten wie Fußball, Hockey oder Handball jedoch möglich - sogar mit Kontakt.

Für über 14-Jährige sieht die Sache anders aus, hier informiert der Landessportbund: "Generell kann Freizeit- und Amateursport auf Sportanlagen im Freien oder in gedeckten allein, mit dem eigenen Hausstand oder mit einem weiteren Hausstand bis zu einer Gruppengröße von höchstens fünf Personen stattfinden." Entsprechend lassen sich hier Trainingseinheiten "lediglich" in Kleingruppen gestalten, die mindestens drei Meter Abstand zu anderen Kleingruppen aufweisen. "Eine Durchmischung der einzelnen Kleingruppen darf nicht erfolgen. Es darf also nicht mit wechselnden Partnern trainiert werden, die zuvor Teil unterschiedlicher Kleingruppen waren", heißt es weiter.

Wetter spielte nicht mit

 

Auch der HSG Vulkan Vogelsberg mit ihren fünf Junioren- sowie zwei Juniorinnen-Teams - sowie der gemeinsamen A-Jugend mit der HSG Großenlüder/Hainzell - sind diese prinzipiellen Öffnungen nicht verborgen geblieben. Allerdings gibt man sich im Verein verantwortungsbewusst und nutzte die Regelung bis dato eher zurückhaltend. Mit der männlichen C-Jugend wollte man zumindest eine Testphase unter den aktuellen Trainingsbedingungen starten, erläutert HSG-Vorstand Jens Daberkow. Das Wetter spielte zuletzt aber noch nicht mit. "Das verfolgen wir weiter. Wir gehen aber nicht dem ganz großen Druck in die noch jüngeren Mannschaften damit rein", betont der Vereinsverantwortliche und ergänzt: "Wir überlegen natürlich, was wir machen können, aber die Skepsis ist schon da. Die aktuelle Inzidenz, die kannst du nicht ignorieren - und die Eltern erwarten von uns auch ein hohes Maß an Verantwortung."

Sowohl unter den Jugendtrainern als auch im Vorstand werde die Situation rege, zum Teil auch kontrovers, aber stets zielführend diskutiert, verrät Daberkow, der selbst die männliche D-Jugend der Vulkanier coacht. Man werde die Sache ruhig und schrittweise angehen. Zunächst mit dem "Testballon" bei der C-Jugend, ehe dann vielleicht im zweiten Schritt - wenn das Wetter anhaltend besser wird - zunächst einmal der D-Jugend etwas angeboten werden soll: "Parallel schauen wir, was in der Gesellschaft passiert. Wenn es nicht sein darf, dann ist das okay. Ansonsten werden wir in aller Ruhe erweitern, wenn es möglich ist." Insgesamt stünden die Jugendtrainer der HSG Vulkan Vogelsberg, sagt Jens Daberkow, durchaus in Kontakt mit ihren Schützlingen, wenn auch primär über Whatsapp-Gruppen. Virtuelle Trainingsangebote gibt es eher nicht: "Da mit einer D- oder E-Jugend herumzuexperimentieren, das halte ich für illusorisch."

Auch wenn die Zeiten nicht einfach sind, bemüht man sich bei der HSG Vulkan Vogelsberg um den Schulterschluss und darum, dass die Kontakte gut erhalten bleiben. Erst vergangene Woche verschickte der Vulkan-Vorstand eine aufmunternde Whatsapp-Nachricht an alle Coaches und Teams. Daberkow gibt sich insgesamt optimistisch, auch wenn für die Zukunft noch einige Fragezeichen vorherrschen: "Die Stimmung bei uns war letztes und vorletztes Jahr sehr gut. Wir kommen aus einer guten Struktur, mit vielen neuen Spielern." Er könne sich vorstellen, so der HSG-Funktionär, dass viele Leute "noch viel mehr Bock" auf Handball haben.

B-Junioren setzen aus

Regelmäßiger Austausch bezüglich der aktuellen Lage und Trainingssituation findet derweil auch beim TSV Grebenhain statt, wie der dortige Abteilungsleiter Henry Schramm erläutert. Allerdings finde Training selbst "zurzeit nur sehr wenig statt". Trainingskonzepte werden indes durchaus erarbeitet und von den Coaches gegenseitig vorgestellt. "Wir führen zurzeit im E-Jugend-Bereich die ersten Online-Trainingseinheiten durch", so Schramm. Die männlichen B-Junioren setzen aktuell hingegen aus: "Dies hängt damit zusammen, dass die Jungs dieses Jahr ihren Schulabschluss machen und sich dafür vorbereiten."

 

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