TV Angersbach: Fleißiges Bienchen im Hintergrund

Sie arbeiten viel, zumeist geräuschlos und setzen sich selbstlos für andere Menschen ein. Sie sind die stillen Helden der Vereine. Ohne sie wäre das Vereinsleben kaum möglich. Ihre Taten sind mit Geld nicht zu bezahlen. Die ehrenamtlichen Helfer im Hindergrund. Genau in diese Kategorie fällt Reiner Schmidt vom TV Angersbach. Der 56-Jährige ist seit 39 Jahren Vereinsmitglied und seit 2002 als Kulturwart zur Unterstützung der Abteilungen im Vorstand tätig. Bereits zu seiner aktiven Fußballzeit hat er sich um die komplette Organisation im Sportheim gekümmert. "Ohne Reiner wären wir aufgeschmissen, denn er ist das fleißige Bienchen hinter den Kulissen. Solche Helfer sind der Motor und das Getriebe im Verein. Ohne ihn hätten wir ein großes Problem", lobt der TVA-Vorsitzende Karsten Ittmann.

Das Sonderlob hat sich Reiner Schmidt mehr als verdient, denn fleißige Bienchen werden selten beachtet, aber immer gebraucht. Sie sind das Rückgrat in jedem Klub. Dieses ehrenamtliche Engagement schafft außerdem Werte für den 750 Mitglieder starken Verein, auch außerhalb der Gemeinde. Früher hat Reiner Schmidt aktiv Fußball gespielt. Er wurde sogar Meister mit dem B-Team in der Kreisliga B. Allerdings stoppte mit 27 Jahren eine Knieverletzung (Kreuzbandriss) seine Karriere. "Damals war dies das Ende. Heute sind die medizinischen Möglichkeiten weiter fortgeschritten und man kann weiter Fußball spielen", bedauert er ein bisschen das abrupte Aus.

 

Eine wahre Vereinsseele des TV Angersbach: Ob beim Fußball, Handball oder anderen Vereinsaktivitäten - Reiner Schmidt redet nicht viel, sondern packt lieber an.

 

Seit einigen Jahren betreibt Schmidt noch Reha-Sport beim TVA. Das Angebot beinhaltet Übungsfolgen aus den Bereichen Kräftigung, Mobilisation, Dehnung, Koordination sowie Gleichgewichts- und Reaktionsschulung. Hierbei werden unterschiedliche Hilfsmittel wie Pezziball, Leiter, Redonbälle oder Stäbe zur Übungssteigerung und Übungsvielfalt genutzt. "Mehr ist zeitlich bedingt nicht möglich", erklärt er. Obwohl er also kein "Full-Time-Sportler" mehr ist, engagiert er sich voller Hingabe für "seinen" Verein. "Früher war es so, dass ältere Mitglieder im Verein einfach mitangepackt haben. Ich habe das vorgelebt bekommen, dass man sich für seinen Verein einsetzt. Heute wird es immer schwerer, Leute zu finden, die sich im Verein oder im Vorstand engagieren. Da ich nicht verheiratet bin, ist der Verein für mich auch ein bisschen Familienersatz. Ich kümmere mich bei den Heimspielen beim Handball in der Halle in Lauterbach und beim Fußball um den Getränkeeinkauf und das Grillen. Bei diesen Tätigkeiten hilft mir Detlev Hussock. Wenn zum Beispiel Welt- oder Europameisterschaften stattfinden, bereiten wir im Sportlerheim Grillspezialitäten vor. Durch die Pause wegen der Pandemie fehlt mir der Kontakt zu den Mitgliedern und den ganzen Veranstaltungen", gesteht der Angersbacher.

Der Vereinsvorsitzende Karsten Ittmann lobpreist Reiner Schmidt in höchsten Tönen. Und dies zurecht: "Bei den Heimspielen ist Reiner der Erste, der kommt und der Letzte, der geht. Er ist auch ein begnadeter Grillmeister. Nur Reiner steht da am Grill. Egal welche Veranstaltungen im Verein stattfinden, Reiner ist immer da. Er besorgt für die Sportler Wasserkisten. Er sorgt für Nachschub. Er putzt, räumt auf und macht auch Instandhaltungsarbeiten. Er organisiert, dass die Putzfrau kommt. Er stellt die Mülltonnen raus und am nächsten Tag holt er sie auch wieder rein. Wenn er das nicht macht, bleiben sie stehen. Im Prinzip macht er alles, was mit dem Sportheim zu tun hat. Solche wertvollen Leute darf man aber nicht verheizen. Deshalb frage ich auch immer: Kann ich dir helfen? Ich grille eine Halbzeit und du die andere. Man muss solche Menschen einfach wertschätzen. So einen wie Reiner bekommen wir nie wieder. Ich weiß genau, was wir an ihm haben. Wenn Hilfe benötigt wird, ist Reiner immer da." Diese anerkennenden Worte sind das richtige Signal für alle anderen Mitglieder. Menschen wie Reiner Schmidt sind nämlich das Rückgrat in jedem Klub. Sie sind ein Aushängeschild.

Der vielfach Gelobte bleibt bescheiden. "Einer muss es machen. Wenn sich jeder auf den anderen verlässt, dann klappt es nicht. Deshalb habe ich das übernommen", so der 56-Jährige. Nein, das sind Arbeiten, die genauso wichtig sind wie sportliche Erfolge. Reiner Schmidt ist als Marktleiter des Getränkemarktes in Angersbach nicht nur bei allen Einwohnern bekannt, sondern durch seinen Beruf pflichtbewusst und prädestiniert für das Ehrenamt im Turnverein.

Apropos Verein: Der VfB Stuttgart ist in der Bundesliga sein Lieblingsverein. "Mir haben früher die Förster-Brüder immer so gut gefallen. Seit dieser Zeit bin ich Fan des VfB." Reiner Schmidt verfolgt jedoch nicht alle Spiele im TV ("So euphorisch bin ich nicht"). Begeistert sind aber sicherlich alle Mitglieder vom großartigen Einsatz des 56-Jährigen für den TV Angersbach. Sie werden bestimmt, wenn wieder die ganzen Veranstaltungen nach der Pandemie stattfinden dürfen, die ehrenamtliche Arbeit von Reiner Schmidt besonders schätzen und einfach mal "Danke" sagen. Ohne diese gute Seele wäre der TV Angersbach um einiges ärmer.