Verständnis und Enttäuschung bei Handballvereinen

Auch für die Handball-Teams im Vogelsbergkreis pausiert der Betrieb nun erst einmal bis zum 13. November. Betroffen ist also auch die Bezirksoberligisten TV Alsfeld (Männer) und HSG Vulkan Vogelsberg (Männer und Frauen) sowie die in der Frauenhandball-Bezirksliga A Melsungen-Fulda beheimateten TV Alsfeld und TSV Grebenhain.

 

Die Vulkanierinnen hatten bereits in der Vorwoche ihr Auftaktspiel aufgrund von Bedenken hinsichtlich des Corona-Infektionsrisikos abgesagt - entsprechend begrüßt HSG-Vorsitzender Jens Daberkow die nun gefällte Entscheidung des Verbands, hätte sich allerdings ein früheres Eingreifen gewünscht: "Für die Absage letzte Woche habe ich ordentlich Prügel eingesteckt. Grundsätzlich beneide ich niemanden, der die Verantwortung an dieser Stelle trägt, aber es war schon recht spät."

Am Donnerstagabend diskutierte der Vorstand der Vulkanier lange und intensiv, um über das weitere Vorgehen in der nun vorherrschenden Situation zu urteilen. Grundsätzlich steht nun fest, so Daberkow: "Wir werden die Zeit nutzen und auch Training anbieten." Dies habe der HSG-Vorstand grundsätzlich so festgelegt und die Entscheidung gelte für die Erwachsenen, aber auch für die Junioren-Teams. Allerdings hat in der Praxis der jeweilige Übungsleiter das letzte Wort und kann bei Bewertung der Lage, bei eigenen Bedenken oder bei Bedenken der Spieler oder Eltern das Training auch absagen. Momentan bestehen bezüglich der Trainingseinheiten noch keine behördlichen Vorgaben, es muss also nicht - oder noch nicht - in Kleingruppen trainiert werden.

Ralf Heinrich - gemeinsam mit Daberkow Coach der Vogelsberger Damen-Mannschaft - befürwortet die Entscheidung des HHV ebenfalls: "Dadurch, dass wir das erste Spiel noch nicht gespielt haben, bin ich nicht ganz unglücklich, dass das von Bezirksseite erstmal so gekippt wurde und wir erstmal Pause machen. Ich gehe auch davon aus, dass wir in den nächsten zwei Wochen noch ganz andere Zahlen bekommen - man weiß nicht, wie es sich in nächster Zeit entwickeln wird. In der Woche vom 13. November können wir dann schauen, ob Besserung eintritt oder nicht."

Für Liviu Pavel, der Männer-Trainer des TV Alsfeld, war die Entscheidung abzusehen: "Ich befürchte allerdings, dass die Pause länger ausfallen wird als bis Mitte November. Wir werden uns im Training unterhalten, wie wir es in den nächsten Wochen angehen wollen, wollen aber schon gerne trainieren, solange wir das dürfen. Sollte die Saison nicht weitergespielt werden können, wäre das für unsere jungen Spieler natürlich alles andere als förderlich und sehr schade für ihre Entwicklung. Aber aktuell ist die Entscheidung alternativlos. Dass Profis noch spielen, finde ich okay, da sie davon leben und sie auch ganz andere Testmöglichkeiten haben. Bei uns würden es die Arbeitgeber dagegen wohl kaum länger mitmachen, wenn wir wegen unseres Hobbys in Quarantäne müssten."

Für seinen Trainerkollegen Michael Stock von der HSG Vulkan Vogelsberg kommt die Unterbrechung nicht ganz überraschend: "Man hat eigentlich damit gerechnet. Ich kann das absolut nachvollziehen und es ist auch verständlich und im Sinne aller." Für die Zeit nach dem 13. November erhofft sich der Trainer allerdings eine langfristige Lösung und Planungssicherheit. "Vielleicht sollte man es dieses Jahr auch einfach sein lassen", könnte sich Stock auch eine Wiederaufnahme des Betriebs erst im Februar vorstellen: "Das wäre dann von der Planung viel einfacher."

"Wir haben schon damit gerechnet, es war eigentlich vorhersehbar, dass so etwas passiert bei den kontinuierlich steigenden Zahlen", erklärt ferner Meike Krusche, Sprecherin und Spielerin beim TSV Grebenhain und ergänzt: "Wir können diese Entscheidung aber nachvollziehen. Es ist ein Hobby, dabei sollte im Vordergrund stehen, dass alle gesund bleiben." Mit Blick auf die nächsten Wochen hält Krusche ferner fest: "Wir versuchen die Pause effektiv für unsere Trainingszeit zu nutzen. Wir hoffen, dass wir noch etwas weiter trainieren dürfen, halten da aber auch schon ein wenig die Luft an."

Janina Görig, die beim TV Alsfeld das Amt als Jugendwartin und Trainerin des Frauenteams verantwortlich zeichnet, zeigt sich ein wenig enttäuscht, vor allem vom Hessischen Handball-Verband: "Diese Entscheidung hätte viel früher kommen müssen, stattdessen hat man die Verantwortung weggeschoben und praktisch den Vereinen und den Trainern überlassen. Wenn Training weiterhin erlaubt ist, werden wir diese Möglichkeit sicherlich nutzen, da wir die Leute unbedingt bei der Stange halten müssen. Vor allem im Jugendbereich ist es natürlich wichtig, dass wir keine Spieler und Spielerinnen verlieren. Da ich davon ausgehe, dass im November sicherlich auch nicht gespielt werden kann, sollte der Verband die Zeit jetzt nutzen und Ideen für eine Fortsetzung der Runde zu einem späteren Zeitpunkt entwickeln. Das könnten im jüngeren Jugendbereich zum Beispiel Turniere sein. Es ist wichtig, dass die Kinder dann spielen können, sobald es erlaubt ist, damit sie den Spaß und das Interesse am Handball nicht verlieren. Das ist meine größte Sorge!"