HSG Vulkan Vogelsberg geht bei Heimspielauftakt auf Nummer sicher

Dieses Wochenende wird auch im heimischen Raum die Handballsaison offiziell starten. Endlich, möchte man sagen. Die vergangenen Wochen waren sehr kräftezehrend, nicht nur für die Sportlerinnen und Sportler, die im Rahmen ihrer Vorbereitung kräftig geschwitzt haben, um gerüstet zu sein. Die eine oder andere Schweißperle wurde aber abseits der Platte vergossen. Schließlich kann im Corona-Jahr 2020 die Devise nicht mehr lauten: Hallentür auf, Zuschauer rein.

 

Abteilungsleiter Jens Daberkow kann ein Lied davon singen, dass es diesmal nicht damit getan war, Dienste für Eintritt und Verkauf zu organisieren. "Sicherlich habe nicht nur ich die eine oder andere unruhige Nacht hinter mich gebracht", gesteht der ab Sonntag 53-Jährige, der mit seinen Mitstreitern gefordert war, dass unter Berücksichtigung von gültigen Abstands- und Hygieneregeln ein Konzept erstellt und nun umgesetzt werden muss, damit das Risiko möglichst gering gehalten wird, dass die Lauterbacher Großsporthalle zu einem Hotspot wird. Im Grunde genommen halten sich die Vulkanier an die Vorgaben des Hessischen Handball-Verbands und der zuständigen Behörden.
In puncto Zuschauer beträgt das maximale Fassungsvermögen der Großsporthalle 150 Besucher. Allerdings werden am Auftaktwochenende zu den Heimspielen der Frauen (ab 18 Uhr gegen die FSG Körle/Guxhagen) und der Männer (ab 20 Uhr gegen den TV Alsfeld) jeweils maximal 80 Zuschauer Einlass erhalten. "Das machen wir bewusst so, denn wir wollen erst einmal sehen, wie es läuft", betont Daberkow, der darum bitte, das die Zuschauer "am besten vorab auf unserer Internetseite den Kontaktbogen ausdrucken, ausfüllen und dann mitbringen". Damit sollen längere Schlangen vermieden werden. Auch wenn Zuschauer der Gäste bei Erwachsenen-Spielen (bei Jugendspielen maximal 14 Personen/Eltern) nicht zugelassen sind, gilt: Wer zuerst kommt, malt zuerst, denn Vorreservierungen, beispielsweise über das Internet, wird es bei der HSG Vulkan nicht geben. "Das ist einfach nicht zu stemmen", so Daberkow. In jedem Fall gilt, dass bei Betreten der Halle (bis man an seinem Platz ist) ein Mund-Nase-Schutz zu tragen ist. Während es einen Getränkeverkauf geben wird, verzichten die Vogelsberger aus organisatorischen Gründen auf den Verkauf von Speisen.
Nicht nur seitens der HSG Vulkan Vogelsberg hofft man, dass die Bemühungen in den vergangenen Wochen und Monaten dazu beitragen, den Spielbetrieb möglichst lange aufrechtzuerhalten, was sich in einem (Kontakt-) Sport unter dem Hallendach wesentlich schwieriger gestalten dürfte als im Freien, wie beispielsweise beim Fußball. So gesehen findet es Daberkow "schwierig", dass eine normale Runde mit Hin- und Rückspiel binnen weniger Monate durchgezogen werden soll: "Eine Einfach-Runde hätte vieles entzerren können."
Beim Hessischen Handball-Verband ist man froh, dass überhaupt wieder gespielt werden kann. HHV-Präsident Gunter Eckert äußerte sich entsprechend dieser Tage: "Die hessische Landesregierung hat bisher ihre Vorgaben für den Sport nicht dahingehend verändert, dass ein pauschales, landesweites Aussetzen oder eine Verschiebung des Rundenstarts auf einen späteren Zeitpunkt nötig ist. Auch stellt sich die Lage innerhalb Hessen zurzeit noch sehr heterogen in Bezug auf die Infektionszahlen und Einschränkungen durch die lokalen Behörden dar. Der HHV möchte dieser Situation gerecht werden und daher den Vereinen, die zum jetzigen Zeitpunkt spielen können und wollen dies auch ermöglichen. Mit den Durchführungsbestimmungen ist den Vereinen die Möglichkeit an die Hand gegeben worden sehr flexibel auf die jeweiligen (lokalen) Entwicklungen zu reagieren. Vereine, die in der jetzigen Situation nicht in einem Risiko-Gebiet spielen wollen oder auf Grund von Corona-Verdachtsfällen eine Partie absagen müssen, können dies kurzfristig, kostenfrei und unkompliziert (sogar ohne Zustimmung des Gegners) vornehmen. Die entsprechende Begegnung wird dann entweder im Laufe der Runde nachgeholt oder falls dies nicht möglich sein sollte, nicht gewertet. Wie in den Durchführungsbestimmungen geregelt, wird dann die Quotienten- Regelung herangezogen, um die Abschlusstabelle in den einzelnen Ligen zu berechnen. Hat zum Rundenende jeder Verein nicht mindesteins einmal gegen jede andere Mannschaft gespielt, wird die Runde nicht gewertet." Kurz zusammengefasst: Wer aktuell spielen will, kann und darf seine Begegnungen austragen. Wer nicht spielen möchte, muss dies auch nicht tun. "Wir zwingen keinen Verein und keine Mannschaft am Spielbetrieb teilzunehmen", so Eckert.
Allerdings zeigen die aktuellen Entwicklungen, dass sich auch in den Vereinen Gedanken gemacht werden. Die Spatzen pfeifen von den Dächern, dass diverse Begegnungen dieses Wochenendes auf Wunsch von Vereinen bereits abgesagt wurden. Es bleibt abzuwarten, wie das Resümee am Montag ausfällt und was die nächsten Wochen für alle Beteiligten bringen werden.